Reaktionen Erleichterung über Wilders-Schlappe

Lange sah es so aus, als hätte Rechtspopulist Wilders Chancen, stärkste Kraft bei der Parlamentswahl in den Niederlanden zu werden. Es kam anders. Deutsche Politiker reagierten erleichtert auf den Ausgang der Abstimmung.

Geert Wilders (M.)
AFP

Geert Wilders (M.)


Die rechtsliberale Partei von Premier Mark Rutte hat laut Prognosen die Wahl in den Niederlanden gewonnen, Rechtspopulist Geert Wilders blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Deutsche Politiker sind sehr zufrieden mit dem Ausgang.

Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte, Kanzlerin Merkel habe Rutte telefonisch gratuliert.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) wertete den Ausgang der Wahl als Erfolg für Europa. Es sei ein gutes Zeichen, dass ein rechtsextremer Kandidat wie Wilders nicht gewonnen habe, sagte Gabriel am Mittwochabend am Rande einer SPD-Veranstaltung im niedersächsischen Wolfenbüttel. Auch für die kommende Frankreich-Wahl stimme ihn das Ergebnis in den Niederlanden optimistisch.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sagte, den ersten Prognosen zufolge habe die überwältigende Mehrheit der Niederländer der "Hetze von Geert Wilders und seiner unsäglichen Haltung gegenüber ganzen Bevölkerungsgruppen" eine klare Absage erteilt. "Das ist eine gute Nachricht für Europa und für die Niederlande."

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) gratulierte per Twitter auf Niederländisch: "Niederlande, oh Niederlande, du bist ein Champion! Wir lieben Oranje für sein Handeln und sein Tun! Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis!","Niederlande, Ihr seid ein Champion."

Erleichtert reagierte auch CSU-Chef Horst Seehofer. "Bei Wahlen mit nationalen Bedeutungen bekommen die seriösen bürgerlichen Parteien Zuspruch, wenn sie den Menschen überzeugende Antworten auf ihre Fragen geben", sagte Seehofer. Rutte habe den Wählern beste Zahlen vorweisen können, etwa bei den Beschäftigten oder der Jugendarbeitslosigkeit.

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber wertete die Prognosen als empfindlichen Schlag für alle antieuropäischen Populisten. "Die seriöse Politik der bürgerlichen Kräfte hat sich in den Niederlanden ausgezahlt", erklärte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist eine gute Nachricht für alle politischen Kräfte der Mitte und für Europa." Klartext in der Sache und strikte Abgrenzung von Radikalen seien der richtige Weg.

FDP-Chef Christian Lindner gratulierte den Liberalen um Premier Rutte zum voraussichtlichen Wahlsieg. "Wir freuen uns sehr über den Wahlausgang in den Niederlanden, liberale Regierungen sind Stützpfeiler für ein starkes Europa und ein Signal für die Freiheit eines jeden Einzelnen", hieß es in einem Statement.

Ergebnisse aus den Niederlanden

Vorläufiges Endergebnis, in Prozent
VVD
Mark Rutte
21,3
PvdA
Lodewijk Asscher
5,7
PVV
Geert Wilders
13,1
SP
Emile Roemer
9,2
CDA
Sybrand van Haersma Buma
12,5
D66
Alexander Pechtold
12
GL
Jesse Klaver
8,9

als/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 87 Beiträge
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AlexiosStagiros 15.03.2017
1. Rutte verliert 10 Sitze
Wilders gewinnt 4 Sitze. Die Partei der Christdemokraten, die vor ein paar Wochen Wilders die Zusammenarbeit angeboten hatte, gewinnt 6 Sitze. Wo ist da die Schlappe von Geert Wilders? Hatte jemand ernsthaft gedacht, er würde von 15 Sitzen im Parlament auf 76 klettern, um alleine die Mehrheit zu bekommen?
nordlys 15.03.2017
2. Hosen voll
Am Grad der Erleichterung kann man ablesen, wie voll die Hosen der Regierungspolitiker sind. Und sie werden bis September nicht leerer.
123Valentino 15.03.2017
3. Hoffentlich....,,
können wir jetzt davon ausgehen, dass die Dumpfbacken in Europa auf den Weg in die Bedeutungslosigkeit gebracht worden sind. Die letzten 70 Jahre in Europa waren nicht perfekt, waren ein Kompromiss, waren aber das Beste, seit wir aufrecht gehen können. Gut ,ich weiß nicht ob Donald Trump irgendwas über die Niederlande je gehört hat, wo die Niederlande liegen, oder was die Niederlande darstellen, aber ich hoffe, wenn er hört, dass sein Bruder im Geiste " Gerd" eine klare Absage erteilt bekommen hat, dass er sich ärgert und Marie in anruft .
dietereng 15.03.2017
4. Was für ein Aufgebot
aber 19 Sitze sind zu viel
tepchen 15.03.2017
5. Dann weiter so Einheitspartei....
mehr bleibt einem fast nicht zu sagen ob der Stimmen in Deutschland. Nur ob die Deutschen auch wie die Holländer abstimmen? Ich glaube kaum das die Grünen hier 4x stärker werden.
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