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Neue Spielregeln„Buy American“ - Stürzt Trump die Welt in einen „Handelskrieg“?
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Donald Trump, Globalisierung, Populismus, America First, Mercedes, Strafzölle, Haribo, TTP
dpa/Jeff Kowalsky General Motors ist der größte US-Autobauer.

„Kauft Amerikanisch“ lautet das wirtschaftliche Credo des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Dahinter steht die Wahrnehmung, die USA kümmerten sich zu wenig um ihre eigenen Interessen. Das will "The Donald" jetzt radikal ändern. Was heißt das für unsere Arbeitsplätze?

„Wir müssen unsere Grenzen vor den Verwüstungen durch andere Länder schützen, die unsere Produkte herstellen, unsere Firmen klauen, unsere Arbeitsplätze zerstören,“ erklärte der 45. US-Präsident Donald Trump bei seiner Amtseinführung in der US-Hauptstadt Washington.

Mit solch markigen Worten bekräftigte Trump, was er schon im Wahlkampf angedeutet hat. Ist das alles nur Rhetorik, oder will er die USA wirklich wirtschaftlich abschotten - und geht das überhaupt? Müssen die Amerikaner auf Haribo Gold Bears oder Mercedes verzichten? Und auf iPhones, die lediglich „designed by Apple  in California“ sind, aber in China zusammengebaut werden? Und müssen sich viele Firmen neue Absatzmärkte suchen? Viele Fragen und vorerst nur einige Antworten zum Wirtschafts-Kurs der neuen US-Führung:

Was könnte auf die globalisierte Wirtschaftswelt zukommen?

Solange keine detaillierten Pläne vorliegen, sind nur Mutmaßungen möglich. Im Extremfall, so wird befürchtet, könnte Trump die Idee haben, den amerikanischen Markt mehr oder weniger dicht zu machen für ausländische Produkte oder Waren, die nicht „Made in America“ sind. Konkret hat Trump allerdings bislang nur gesagt, dass er einen Rückzug aus der geplanten transpazifischen Partnerschaft (TPP) plant - und das nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) mit Kanada und Mexiko neu verhandeln oder im Notfall kündigen will. Solche Abkommen sollen Hürden für den gegenseitigen Handel beseitigen, etwa indem Zölle abgeschafft werden. Verstöße anderer Länder gegen Handelsabkommen will er „mit allen Mitteln“ bekämpfen. Die Welthandelsorganisation WTO, die mit ihren 162 Mitgliedern über die Einhaltung von Handelsregeln wacht, hat Trump bislang nicht infrage gestellt.

Wie begründet Trump seinen Kampf für neue Handelsregeln?

Amerikaner hätten, so argumentiert er, viel zu lange Handelsabkommen akzeptiert, die an den Interessen der arbeitenden Menschen vorbei gingen. „Als Ergebnis, mussten Arbeiterstädte mit ansehen, wie ihre Fabriken geschlossen wurden und gut bezahlte Jobs nach Übersee wanderten - während Amerikaner mit einem wachsenden Handelsdefizit und einem verwüsteten Produktionsstandort konfrontiert sind“, schreibt der Präsident auf der Website des Weißen Hauses.

Ist die wirtschaftliche Lage der USA denn wirklich so verheerend?

Nein. Wir reden immer noch von der weltweiten Wirtschaftsmacht Nummer eins. Mit ihren mehr als 320 Millionen Einwohnern stehen die USA für eine Wirtschaftsleistung von mehr als 18 Billionen Dollar. Das ist immer noch weit mehr, als die Nummer zwei China mit ihrer mehr als vier mal so großen Bevölkerung schafft. Auch auf den Weltmärkten spielen die USA in der Topliga: Hinter Exportweltmeister China liegen die USA auf Platz zwei der größten Warenexporteure, seit Jahren sogar vor dem einstigen Spitzenreiter Deutschland.

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Aber vielen Leuten geht es doch schlecht?

Nach der Finanzkrise und der verheerenden weltweiten Rezession 2009 lag die Arbeitslosenquote jahrelang über acht Prozent. So lange waren seit der „Großen Depression“ vor mehr als 80 Jahren noch nie so viele Amerikaner ohne Arbeit. Das ist inzwischen überwunden: Die Zahl der Arbeitsplätze steigt ununterbrochen. Die Arbeitslosenquote lag zum Jahresende 2016 bei 4,7 Prozent. Im November hatte sie mit 4,6 Prozent den niedrigsten Stand seit August 2007. Auf der Sonnenseite stehen indes nicht alle Gegenden der USA. Zum Beispiel der Großraum Detroit: Die einstige „Motortown“ wurde nach mehreren Krisen zum traurigen Zentrum der verfallenden Schwerindustrie im „Rust Belt“ (Rost-Gürtel) der nördlichen USA.

Wo liegt das Problem?

Seit Anfang der 90er Jahre hat vor allem das Defizit im Handel mit Konsumgütern - von Kleidung über Spielzeug bis zu TV-Geräten - massiv zugenommen. Ökonomen erklären das damit, dass derartige Güter nicht mehr wettbewerbsfähig herzustellen waren. Mit der Integration von China, Indien und Co. in die Weltwirtschaft wurden denn auch viele arbeitsintensive Produktionsprozesse ins Ausland verlagert. „Die Probleme im Autohandel gelten zudem als „Made in Detroit“. Verfehlte Modellpolitik und Qualitätsmängel hätten die Käufer in die Arme ausländischer Anbieter getrieben, wird argumentiert.

Zudem leben die USA als Importweltmeister seit Jahren ökonomisch über ihren Verhältnissen. Anders als bei Produkten „Made in Germany“ reichen die Ausfuhren aus Kalifornien, Texas, Michigan und Co. bei weitem nicht aus, den noch viel größeren Strom an Einfuhren auszugleichen. Neben den Nachbarn Mexiko und Kanada ist China einer der wichtigsten Handelspartner. Vor allem Unterhaltungs- und Haushaltselektronik kommt in Unmengen aus Asien. China allein steht für einen guten Teil des US-Handelsbilanzdefizits gerade. Ein Grund, warum die USA seit Jahren mit Peking im Clinch liegen. Der Vorwurf: China halte seine Währung künstlich billig und fördere damit seine Ausfuhren über Gebühr.

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Dann klingt es doch nach einem guten Rezept, Importe zu beschneiden?

Nur auf den ersten Blick. Der US-chinesische Wirtschaftsrat USCBC argumentiert im Gegenteil, dass die Handelsbeziehungen mit China aktuell 2,6 Millionen Jobs in den USA sicherten - einschließlich der Arbeitsplätze, die chinesische Firmen in Amerika geschaffen hätten. USCBC nennt als Beispiele den Hausgerätehersteller Haier, der Anfang 2016 die Hausgerätesparte des US-Riesen General Electric  kaufte, oder den Autozuliefer Wanxiang, die beide für jeweils mehr als 10 000 Arbeitsplätze stünden.

Was sagen Ökonomen zum Nutzen von Einfuhrhemmnissen?

Die Idee, die heimische Wirtschaft über Importzölle zu schützen, zählt für die Ökonomen der Bertelsmann-Stiftung zu den „Makro-Mythen“ der Volkswirtschaft. Wer sie für ein geeignetes Mittel halte, die Wirtschaft im eigenen Land zu verbessern, liege falsch. „Tatsächlich schwächt diese Einschränkung des internationalen Handels Wachstum und Beschäftigung in allen Volkswirtschaften, die von diesen Handelseinschränkungen betroffen sind.“

Was würde geschehen?

Zum einen würden etliche importierte Waren teurer. US-Kunden müssten also bei Toys"R"Us möglicherweise viel mehr Geld für Spielzeug „Made in China“ zahlen - oder fänden nur noch teurere Produkte aus heimischer Fertigung vor. Außerdem müsste mit Vergeltung gerechnet werden, was die Exportchancen eigener Produkte einschränkt. Langfristig droht indes noch ein viel größeres Problem: Lasse der Druck durch ausländische Firmen nach, sinke auch der Zwang, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den ausländischen Konkurrenten zu verbessern, so Bertelsmann-Autor Thieß Petersen.

Müssen sich die Deutschen Sorgen machen?

„Wenn die US-Wirtschaft hustet, bekommen Europa und Deutschland eine Lungenentzündung“ - diese Faustformel galt über Jahrzehnte. Mittlerweile hat die direkte Bedeutung der US-Wirtschaft aber abgenommen. In den sechziger und siebziger Jahren gingen noch bis zu 14 Prozent der deutschen Ausfuhren in die USA. Der Anteil hat sich inzwischen glatt halbiert. Als Abnehmer viel wichtiger ist unser europäischer Nachbar Frankreich.

Am stärksten nach vorn kam in den vergangenen Jahren China. Für einzelne Branchen könnten Handelshindernisse indes schon empfindlich sein, zum Beispiel für den Maschinenbau. Die USA sind der größte Einzelmarkt für den Export von Maschinen „Made in Germany“. Deshalb warnte der Branchenverband VDMA auch schon: „Präsident Trump spielt mit dem Feuer.“

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mbe/dpa
 
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Leser-Kommentare (88)

23.01.2017 | Jürgen Knorsch

Börse oder Politiker?

Seit Trump ans Ruder kommt, haben die Börsen einen run. Wer behält recht? die Wirtschaftsprofis an den Börsen, die zugegebenermaßen auch Crashs verursacht haben, oder Fachleute wie Politiker und Draghis? Mein Professor hat mal gesagt, es gibt hundetre megagut bezahlter Profis, die Steuerschlupflöcher suchen und zig tausende halbwegs bezahlte Beamte, die Steuerlöcher schließen wollen, wenn Sie richtig gut wären, wo würden Sie arbeiten? solange das so ist, vertraue ich den Börsianern eher, das Trump das Richtige turt als den Claudia Roths und anderen Studienabbrechern oder einer Physikerin Merkel, die trotz Studium und Doktortitel nicht zu den weltweit führenden Phsikern gehört, aber Politik maccht, was sie nicht gelernt hat

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22.01.2017 | Erwin Harzheim

Wer im Glashaus sitzt,

sollte auch verbal nicht mit Steinen wahllos um sich schmeißen. Zunächst ist einmal festzuhalten, dass man es Deutschen und Amerikanern nicht verdenken kann lieber im Benz, BMW oder Audi statt im Chevy zu fahren! Die Kunden wählen frei. Trumpi sollte sich aber mal vor Augen führen, dass wir für Google, Facebook, Apple & Co sogar Gesetze verbiegen, damit die sich hier marktbeherrschend wie ein Geschwür ausbreiten können als gäbe es kein Kartellrecht und keine Steuern zahlen. Das sollten wir ändern und auch mal Milliardenstrafen eintreiben!

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22.01.2017 | Christian Bentley

Ist es eigentlich Zufall,

das bei Hetz-Beitraegen ueber unerwuenschte Personen aka "Rechtspopulisten" wie Praesident Trump, Herrn Hoecke oder Frau Petry immer die unvorteilhaftesten Fotoaufnahmen von unseren Merkel-hoerigen Medien verwendet werden???

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22.01.2017 | Guenter Traumann

Neue Spielregeln

Ja, das sind sie tatsächlich. Diese stammen quasi nicht von einem Präsidenten, sondern die eines Geschäftsmannes. Wenn er bei diesem Kurs bleibt, so wird es früher oder später zu einem Handelskrieg kommen und der wird auch die Börsen sehr beschäftigen. Ich denke, dass dies nicht zum Vorteil der Weltwirtschaft sein wird.

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22.01.2017 | Hans Maiser

Die Zeit der Globalisierung ist einfach vorbei!!!

Nach Trump-Wahl und Brexit könnte man vielleicht auf die Idee kommen, dass die Globalisierung primär für die Eliten da ist. Heute haben wir günstige Güter aus Asien, aber für unbefristete Arbeitsplätze, vernünftige Bezahlung und gute Renten ist nicht finanzierbar. 22% der Arbeitnehmer müssen heute im Niedriglohn arbeiten. Werden diese Leute Merkel wählen, die sich für eine "marktkonforme Demokratie" einsetzt?

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22.01.2017 | Kurt Walther

Die Frage ist bereits

eine Suggestion. Und Foros, Entschuldigung Soros und Focus wissen, dass es nicht stimmt. Panikmache!

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22.01.2017 | Kurt Walther

Natürlicht

Tut er es! Daran glauben aber nur Focus und ähnliche linksgerichtete Medien und Soras Freunde. Was soll eine solche Überschrift, eine solche Frage Boulevardblatt ? Zensur?

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22.01.2017 | Dietmar Frankenfeld-Eckhardt

Abgrenzung von der Welt

Und Vormachtstellung erreichen hat andere Politiker schon ins Verderben Rennen lassen. Man muss sehr Wachsam sein um solche Wahnsinnsideen genau zu analysieren und Schäden für die Völker der Welt zu vermeiden. Dies wird die Aufgabe der Politik und Wirtschaft sein in den Ländern der Welt. Ansonsten sehe ich den Beginn der Selbstzerstörung der Menschheit.

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22.01.2017 | Andreas Gross

So sieht es aus

Wenn ein Patriot mit Mut und Rückrat Politik für die einheimische Erwerbsbevölkerung macht. Alleine die Ankündigung hat ja schon einige Konzerne bewogen neue Jobs in den USA anzukündigen. Die Gegenteilige Politik gegen die eigene Bevölkerung läuft bei uns seit 2005. Ausser gigantischen Abgabenerhögungen, Nullzinsen, astronomischen EU-Transfers, Politik für die Konzerne und Reichen, Masseneinwanderung, Miet- und Immobilienpreisexplosion hat uns Merkel nichts gebracht.

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22.01.2017 | Phillip Steffens

Was sollen die Amis denn kaufen?

US-Autos? Selten so gelacht! Baumaschinen? Die kauft Amerika schon bei den Japanern, den Caterpillar-Mist will doch heute keiner mehr. Werkzeugmaschinen? Na nee, is klar! Aber Ihren Genmais und anderen Lebensmittelmüll, den können Sie gerne selber fr*****. Eins müssten die aber immer noch im Ausland kaufen, nämlich die Spritzen für Ihre Todeskandidaten, nicht mal das bekommen die richtig hin. Waffen, genau Waffen, die können Sie aus US-Produktion kaufen, sowas liefert denen doch keiner. Schaun mer mal, was die Amis sagen, wenn die keinen Benz, Porsche oder BMW mehr bekommen. Sogar die Farbe fürs Weiße Haus kam jahrelang aus DE. Epic Fail, Herr Trump!

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